Orkan Kyrill 2007: Der 18. Januar 2007 ist ein Datum, das viele Menschen in Deutschland bis heute präsent haben. An diesem Tag zog Orkan Kyrill quer über Mitteleuropa und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Allein in Deutschland starben elf Menschen, europaweit 47. Die Deutsche Bahn stellte den kompletten Zugverkehr ein, ein einmaliger Vorgang. Stromausfälle legten Teile des Landes lahm, Förster sprachen von der größten Sturmschadensmenge seit dem Orkan Lothar 1999. Rund 50 Millionen Festmeter Holz wurden umgeworfen.
In den Messdaten ist Kyrill unverkennbar. In Köln lagen die maximalen Windgeschwindigkeiten am 18. Januar 2007 bei über 120 Kilometern pro Stunde im 10-Meter-Mittel, in Böen weit darüber. Auf exponierten Höhenlagen wie dem Wendelstein oder dem Brocken wurden bis zu 225 Kilometer pro Stunde gemessen, Spitzenwerte, die sonst nur bei Hurrikanen auftreten. Der Luftdruck fiel über Nordwestdeutschland in wenigen Stunden um mehr als 20 Hektopascal, ein klassischer meteorologischer Bombenzyklon.
Bemerkenswert war die Ausdehnung. Kyrill war kein eng begrenzter Tornado oder lokaler Downburst, sondern ein ausgedehntes Tiefdrucksystem mit Sturmfeld über 1500 Kilometer Breite. Von Irland bis nach Tschechien zog das System über Nacht, und überall erreichten die Böen Orkanstärke. Das machte Kyrill zu einem der verlustreichsten europäischen Winterstürme der vergangenen 30 Jahre, übertroffen nur von Lothar 1999 und Daria 1990.
Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Januar zeigen die Wetterdaten den Sturm klar. In Köln liegt der durchschnittliche Januar-Windmittelwert bei rund 15 Kilometern pro Stunde, am 18. Januar 2007 war er fast zehnmal so hoch. Auch die Niederschlagsspur ist deutlich, starke Gewitterzellen brachten lokal über 30 Millimeter Regen in wenigen Stunden. Ein Januar 2026 mit seinem ruhigeren Wetterverlauf macht den Unterschied besonders sichtbar.
Ob Stürme wie Kyrill häufiger werden, ist in der Klimaforschung umstritten. Die Großwetterlagen, die solche Zyklonen entstehen lassen, werden durch höhere Meerestemperaturen theoretisch intensiver, aber ihre Häufigkeit ist nicht klar trendhaft. Was sich ändert, ist die Schneefallfrequenz in solchen Ereignissen und die Wahrscheinlichkeit, dass sich feuchte subtropische Luftmassen weiter nach Norden vordrängen. Kyrill war in dieser Hinsicht ein Vorgeschmack auf das, was warme Winterstürme in einem wärmeren Nordatlantik leisten können.
Der Vergleich unten stellt Köln im Januar 2007 dem Januar 2026 gegenüber. Die Wind-KPI zeigt den Unterschied klar. Für eigene Vergleiche mit Düsseldorf, Essen oder Hannover einfach den Ort im Tool eingeben, Open-Meteo-Daten reichen bis 1940 zurück. Die Stadtseite /de/vergleich/koeln bietet weitere historische Januarwerte.